Die Geschichte von SaraH

Kontaktabbruch schien für Sarah die einzige Möglichkeit zu sein, wenn Freundschaften sich veränderten oder Beziehungen nicht mehr passten. So zog sie sich oft zurück, wenn es schwierig wurde. Sie litt darunter, denn gerade das nahe Zusammensein mit Menschen war ihr wichtig. Sie wusste aber nicht, wie sie Schwierigkeiten ansprechen konnte, ohne für sich bereits entschieden zu haben, dass der Kontakt unter diesen Umständen nicht mehr möglich war.

In Gesprächen kamen wir der Einsamkeit auf die Spur, die Sarah fühlte, wenn sie sich nicht getraute, Dinge anzusprechen. In einem geschützten Rahmen hatte Sarah die Möglichkeit, zu formulieren, was ihr auf dem Herzen lag, ohne dass dies bewertet wurde. Das Ringen um Worte brachte Sarah mit der Hilflosigkeit in Kontakt, und darunter konnten wir Schmerz und Trauer erkennen. Es war erleichternd für sie ihre Gefühle zulassen und durchleben zu können. Das Durchleben dieser Gefühle brachte sie mehr zu sich selbst. Sie konnte viel deutlicher spüren, wie es ihr geht und was für sie stimmig ist. Daraus konnte sie neue Worte finden und Möglichkeiten erkennen, sich in schwierigen Situationen anders zu verhalten.

Sarah war überrascht, wie gut ihre neuer Umgang mit schwierigen Themen bei den Anderen ankam. Sie musste jetzt nicht mehr weglaufen, wenn es zwischenmenschliche Herausforderungen gab und konnte ansprechen, was ihr auf dem Herzen lag. Für die ersten Versuche brauchte es ihren ganzen Mut, heute kann sie sich daran freuen, wenn sie mit Anderen Dinge klären kann und sich so die Beziehungen vertiefen können. Das Gefühl der Einsamkeit wurde immer weniger. Es gelingt Sarah auch besser, den Kontakt zu ihren Gefühlen im Alltag zu halten und auf dieser Grundlage stimmige Entscheidungen zu treffen.

© 2020 urpuls, Susanne Kunz

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